Europa

Vorstandssitzung der AGEG und Minoritätenforum im deutsch-dänischen Grenzraum


Am 17. Juni 2015 fand in Sønderborg, Dänemark, ein Forum über das Thema Minderheiten in Grenzregionen statt.  Dieses Forum wurde von der Region Sønderjylland-Schleswig, der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) und der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG) organisiert. Mehr als 70 Vertreter von Minderheitsorganisationen, Grenzregionen und öffentlichen Körperschaften nahmen an der Konferenz teil. Nach der Eröffnung durch Herrn Ulrich Brüggemeier, Präsident der Region Sønderjylland-Schleswig, Frau Ann-Sofi Backgren, Vize-Präsidentin der AGEG und Herrn Hans Heinrich Hansen, Präsident der FUEV, teilte sich das Forum in drei Sitzungen auf. Die erste Sitzung konzentrierte sich auf die Rolle von Minderheiten bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit und regionaler Entwicklung. Hier wurde von den Sprechern vor allem hervorgehoben, dass kulturelle, ethnische und sprachliche Vielfalt einen Gewinn darstellen, welcher als Potential für die Entwicklung von Grenzgebieten erhalten und genutzt werden sollte.

Die zweite Sitzung  konzentrierte sich auf vergangene und gegenwärtige Konflikte in den Grenzregionen und insbesondere auf die aktuelle Krise in der Ukraine. Vertreter verschiedener ethnischer Gruppen aus der Ukraine und Russland berichteten in  einem gemeinsamen Vortrag über die Situation der verschiedenen Minderheiten in der Ukraine und  in Russland.

Die dritte Sitzung behandelte den Multilingualismus. Es wurde hauptsächlich die Frage beleuchtet, ob Sprachenvielfalt  die Integration und Kooperation fördert oder behindert. Die Sprecher, die an dieser Sitzung teilnahmen, betonten wiederholt, dass die Kenntnisse anderer Sprachen und vor allem der Sprache des Nachbarlandes  ein Schlüsselfaktor ist, der zu gegenseitigem Verständnis und zu Kooperation beiträgt.

Bei seiner Zusammenfassung der Diskussion betonte Herr Karl-Heinz Lambertz, Präsident der AGEG, dass Minderheiten und Grenzregionen zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Nachbarländern und territorialem Zusammenhalt beitragen können, wenn man ihre Interessen und Erfahrungen berücksichtigt. Somit haben Minderheiten und Grenzregionen definitiv viel zu bieten, schloss Herr Lambertz zum Abschluss des Forums.

Volltext der Abschlussrede des AGEG-Präsidenten Karl-Heinz Lambertz