Reden

Rede anlässlich des Besuch von König Albert II. und Königin Paola in der DG


Rede des Ministerpräsidenten Karl-Heinz Lambertz anlässlich des Besuchs Ihrer Majestäten König Albert II und Königin Paola in der Deutschsprachigen Gemeinschaft   

18/07/2013

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Sire, Madame,

Ihren heutigen Besuch in der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft empfinden die Ostbelgierinnen und Ostbelgier als eine schöne Geste Ihrer Verbundenheit mit der kleinsten Sprachgemeinschaft unseres Landes und als ein starkes Zeichen der Wertschätzung, die Sie den Menschen und Institutionen der Deutschsprachigen Gemeinschaft entgegen bringen.

Dies erfüllt uns mit Freude und Dankbarkeit. Dass dies auf Gegenseitigkeit beruht, haben wir vorhin beim Kontakt mit der Bevölkerung erneut auf eindrucksvolle Weise erleben können.

In den beiden, die Jahrtausendwende überspannenden Jahrzehnten Ihrer Herrschaft haben Sie Außerordentliches geleistet und der Funktion an der Spitze des belgischen Staates einen unverkennbaren persönlichen Stempel aufgedrückt. Die Erinnerung daran wird noch lange in unserem Gedächtnis und in unseren Herzen weiterleben.

Während der vergangenen 20 Jahre hat sich vieles in der Welt, in Europa und in Belgien verändert. Manches davon hat unser Land und Sie als unser Staatsoberhaupt vor große Herausforderungen gestellt. Insbesondere die Umwandlung Belgiens in einen Föderalstaat und die Ausgestaltung des belgischen Bundesstaatsmodells mit seinen Spannungen und Konflikten haben dabei immer wieder zu Belastungsproben und Turbulenzen geführt, zu deren Bewältigung Sie mit Verständnis, Geschick und Entschlossenheit Wesentliches beigetragen haben.

Dass Sie dabei nie die besonderen Belange, die Wünsche und das Schicksal der deutschsprachigen Belgierinnen und Belgier aus den Augen verloren und nötigenfalls auch denen in Erinnerung gerufen haben, die diese übersehen oder vergessen hatten, kann ich aus eigener Erfahrung ausdrücklich bestätigen. Dafür bin ich Ihnen, Sire, unendlich dankbar.

Dass die Deutschsprachige Gemeinschaft in den vergangen zwei Jahrzehnten ihren Platz im belgischen Föderalstaat festigen und ausbauen konnte, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft ihrem mittelfristigen Ziel einen bedeutenden Schritt näher gerückt ist, mit angemessenen Mittel und Finanzierungsmöglichkeiten alle gemeinschaftlichen und regionalen Zuständigkeiten im deutschen Sprachgebiet auszuüben, das verdankt sie nicht zuletzt auch Ihnen, Sire, Ihrem subtilen Einfühlungsvermögen und Ihrem wohlwollenden Verständnis für unsere Anliegen. Und wir freuen uns darauf, diese vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihrem Sohn, dem zukünftigen König Philipp fortsetzen zu können.

Sire, Madame,

für Ihren engagierten und aufopferungsvollen Einsatz an der Spitze unseres Staates und für alles, was Sie für unser Land und unsere DG geleistet haben, möchten wir Ihnen heute ein herzliches Dankeschön sagen.

Sire, in Ihrer beeindruckenden Rede vom 3. Juli haben Sie – übrigens in deutscher Sprache –  darauf hingewiesen, dass das Ende Ihrer Regierungszeit keineswegs bedeutet, dass sich unsere Wege trennen.

Als Zeichen unserer Dankbarkeit möchten wir Ihnen heute für diesen weiteren gemeinsamen Weg einige Geschenke mit auf den Weg geben.

Kaspar Hamacher, ein begabter Kunsthandwerker und Künstler aus Eupen hat aus dem für Ostbelgien typischen Rohstoff Holz – aus Eiche, die für Stärke und Ausdauer steht-  einen Monolithen angefertigt. Er symbolisiert die Mitte, zu der alles nach Oben strebt. Die Auflagefläche ist leicht abgerundet und kann somit seitwärts ausschlagen. Sie ist ein Zeichen für die Gefahr, dass Verhandlungen scheitern können, und sie mahnt deshalb zur Kompromissbereitschaft. Sire, das Schmieden typisch belgischer Kompromisse hat Ihre Regentschaft entscheidend mitgeprägt. Daran soll dieses Kunstwerk erinnern, dass Ihnen der Künstler nun übereichen wird.

Ein deutsches Sprichwort lautet: Liebe geht durch den Magen. Sire, Madame, deshalb möchten wir Ihnen ebenfalls einen Präsentkorb mit Produkten „Made in Ostbelgien“ – der kürzlich geschaffenen Dachmarke unserer Region – mit auf den Weg geben. Dieser wird Ihnen Rudolf Thimo überreichen, der vor 20 Jahren am 9. August, an dem Tag Ihrer Eidesleistung, geboren wurde und dies stellvertretend für all die Jugendlichen macht, die 1993 das Licht der Welt erblickt haben und die recht zahlreich der Einladung zur heutigen Veranstaltung Folge geleistet haben.

 Ein drittes Geschenk steht für die sprichwörtliche Lebensfreude und Herzlichkeit, die Ihnen zu Recht nachgesagt wird. Ja, es gibt Ihn tatsächlich, den Whisky aus der DG, aus der im Töpferdorf Raeren beheimateten Brennerei Radermacher. Diese Flasche ist ein Unikat und enthält einen 20 Jahre alten Whisky. Dem Anlass entsprechend haben wir uns erlaubt, den Namen leicht zu ändern. Normalerweise heißt er Lambertus- dieser hier nennt sich Albertus.

Sire, Madame,

darf ich Sie nun bitten sich in das Goldene Buch des Parlamentes, der Stadt Eupen und der Regierung einzutragen.

Es lebe der König. Es Lebe die Königin. Es lebe Belgien!