Kommentare

World Fair Trade Day


Finanzen, Infrastrukturprojekte und institutionelle Zukunt der Gemeinschaft im FokusFairen Handels, an die Bedeutung und die Ziele dieser alternativen Handelsform.
Der diesjährige World Fair Trade Day findet am 12. Mai statt und ich möchte die Gelegenheit nicht versäumen, ein weiteres Mal für den Gedanken des Fairen Handels zu werben. Dies tue ich aus der besonderen Überzeugung heraus, dass diese Handelspartnerschaft auf Augenhöhe eine soziale, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Form des Wirtschaftens ist; denn der Faire Handel garantiert faire Löhne, gute Lebens- sowie Arbeitsbedingungen für die Produzenten sowie einen stark geförderten ökologischen zertifizierten Anbau.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007, die Spitzen der Nahrungsmittelkrisen in 2007 und 2008 und zunehmend auch der Klimawandel zeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht: Rund eine Milliarde Menschen hungern und 2,5 Milliarden Menschen leben täglich von maximal $2. Hier muss die Politik entsprechende Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Gesellschaft festlegen.

Doch auch jeder einzelne von uns kann ins Geschehen eingreifen und die Marktbedingungen als Verbraucher durch bewusstes Einkaufen und Konsumieren beeinflussen. Die Macht der Konsumenten darf man hierbei nicht unterschätzen! Die europäischen Verbraucher sind übrigens weltweit Spitzenreiter. Immerhin werden in der EU fast zwei Drittel aller weltweit verkauften Fair Trade-Produkte abgesetzt. Laut einer Umfrage konsumiert jeder dritte belgische Haushalt Produkte aus dem Fairen Handel. Der Faire Handel ist ein wachsender Markt und längst keine Nischenware mehr. Neben den Weltläden führen Supermärkte und Warenhäuser zahlreiche Produkte und etablierte Kaffeehausketten oder Speiseeishersteller greifen inzwischen auch auf Fair Trade-Produkte zurück.

Auch die DG fördert hierzulande aktiv den Fairen Handel und unterstützt jedes Jahr im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit die hiesigen Weltläden bei der Ausrichtung der Fairen Woche. Bei der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr haben wir unter anderem das Augenmerk auf die lokale – die bürgernächste – Ebene gerichtet und uns mit der Frage auseinandergesetzt, wie wir den Fairen Handel auch in den Gemeinden fördern können. Mit dieser Anregung sind wir auf fruchtbaren Boden gestoßen, immerhin haben die Städte St. Vith und Eupen innerhalb kürzester Zeit beschlossen, sich der Fair Trade Town-Kampagne anzuschließen.
Über die Anstrengungen der Gemeinschaft und den zwei deutschsprachigen Gemeinden bin ich besonders stolz. Vor allem St. Vith und Eupen möchte ich an dieser Stelle zu ihrem Entschluss herzlich gratulieren und ihnen viel Erfolg bei ihrem löblichen Vorhaben wünschen. Ich hoffe, dass andere Gemeinden nun folgen und ihre Bürger für die Fair Trade-Thematik gewinnen werden.

Bleiben Sie fair!

Karl-Heinz Lambertz
Ministerpräsident der DG